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"Danke"


Eine (geforderte, aber ehrliche) Hommage an "meine" A-Klasse


Liebe A-Klasse, ich soll auf Wunsch aller Abiturientinnen und Abiturienten anstatt einer Lehrerrede ein paar Dinge speziell zu euch sagen: Bitte sehr!

Kant-Gymnasium, Lehrerzimmer, Frau Reusch kommt auf mich zu.
„Hallo HaJo, weißt du schon, welche Klassen du im nächsten Schuljahr unterrichten wirst?“
„Nee, noch nicht…“
„Na was spricht denn dann dagegen, dass du meine 7a übernimmst?“
„Naja, grundsätzlich nichts, aber ich mag halt keine kleinen Klassen…“
Und dann kam zufällig Frau Hamann dazu.
„Ach übrigens, das Problem mit meiner Klasse ist gelöst, Hajo übernimmt sie in Mathe und als Klassenlehrer.“ 
Ja, und so kam ich -eher gegen meinen Willen- dazu, Euch als Klassenleiter zu bekommen. Wie sich im Nachhinein herausstellte: keine schlechte Entscheidung.

 

Und darum geht mein erster Dank heute an dich, liebe Uta Reusch, dass du das Vertrauen in mich gesetzt hast, dass ich deine erfolgreiche und engagierte Arbeit ebenso fortsetze. Ich habe mir alle Mühe gegeben und hoffe, ich habe dich nicht enttäuscht.

Dann begann das Schuljahr und ich stellte mich -schon ein wenig aufgeregt- auf einer erstaunlich gut besuchten ersten Elternversammlung vor, um meine pädagogischen und didaktischen Konzepte zu erörtern. Und dann gab es anschließend noch etliche solcher Elternabende, sei es zu inhaltlichen Fragen, zur Vorbereitung der Klassenfahrten oder aber auch zur Renovierung des Klassenraumes. Und mir wurde klar, wie zentral wichtig eine funktionierende Zusammenarbeit von Eltern und Lehrkräften zum Wohl aller Schülerinnen und Schüler ist.

 

Und darum geht mein zweiter Dank heute an Sie, liebe Eltern, die sie mir stets wohlwollend und unterstützend, nie bevormundend, aber da, wo es nötig war, auch mit konstruktiver Kritik zur Seite gestanden haben. 

Die erste Bekanntschaft mit Euch als Klasse schloss ich auf der noch von Frau Reusch geplanten Kurzfahrt an den Wannsee. Aber schon bald weiteten wir unsere Aktivitäten über einen Besuch des Buddhistischen Hauses aus auf eine Klassenfahrt nach Josefsthal in Bayern mit Bergwanderungen, Hüttenübernachtungen und Gipfelsiegen, zu denen eure Schuhe nach Ansicht des Herbergsvaters -ich zitiere- „mittelmäßig bis Scheiße“ waren. Und auch dem anderen Element, dem Wasser, gaben wir uns dann schließlich an der Müritz zum Floßbauen mit grandiosem Scheitern der Flöße auf dem Wasser hin, ehe uns die Abschiedsfahrt nach Rügen führte. Auf den beiden ersten Fahrten stand Euch und mir trotz ihrer belastenden Situation als Referendarin Frau Lindner engagiert erfolgreich zur Seite. Und nicht nur da unterstützte sie mich tatkräftig in meinen Aufgaben der Klassenleitung, und erteilte euch zudem modernen Unterricht..

 

 

Und darum geht mein dritter  Dank heute an dich, liebe Kathrin, auch wenn du, da du inzwischen an einer anderen Schule arbeitest, heute Abend nicht hier sein kannst.


Ja, und dann gab es natürlich neben den Highlights auch noch den tagtäglichen, stinknormalen Unterricht. Zumeist in meinem Lieblingsfach Mathematik, aber auch in Deutsch und Ethik. Auch wenn nicht immer alles optimal lief, so hoffe und glaube ich doch, dass ihr in dieser Zeit die Inhalte gelernt und die Kompetenzen erworben habt, die Euch in eurem zukünftigen Leben weiterbringen. Es hat, wie auch die Werbung sagt, nicht immer Freude mit euch gemacht -mit manchem mehr, mit manchen weniger- aber zusehends immer öfter. Und dass Ihr am letzten Schultag von Klasse 10 nach der Zeugnisausgabe einfach nicht auseinander gehen wolltet, wird mir immer in Erinnerung bleiben.

 

Und darum geht mein vierter und herzlichster Dank heute an Euch, liebe Schülerinnen und Schüler der A-Klasse, an die hier anwesenden Abiturientinnen und  Abiturienten wie auch alle anderen. Mit Euch habe ich noch einmal im positiven Sinne alles das erfahren und durchleben dürfen, weshalb ich mich vor langer, langer Zeit entschlossen hatte, Lehrer zu werden.

Ich wünsche Ihnen allen, jedem einzelnen von Ihnen, Ich wünsche Euch allen, jedem einzelnen von Euch, alles Gute für den weiteren Lebensweg.


Und ich denke, es war mit Euch eine -na sagen wir einmal- ganz passable Zeit.